Kurzgeschichte: Im Feld

KURZSCHREIBUNG: „Das bisschen, was ich lese, schreibe ich selbst.“, sagt Kurt Tucholsky. Wir schließen uns an schreiben die Geschichten, die wir immer schon einmal lesen wollten. Die schönsten werden hier veröffentlicht, als Kurzgeschichte der Woche. Wer eine hat, schickt sie uns. Hier schreibt: Tom Lehmann, 10a.

Im Feld

Langsam krochen die drei Männer übers Feld. Selbst im kurz geschnittenen Gras waren sie dank ihrer Tarnanzüge kaum zu sehen. Es kam Wind auf und einer der Männer hielt kurz inne und horchte auf. Er hörte wie das Gras in der flauen Brise hin und her raschelte. Sein Herz klopfte. Leise bewegte er sich weiter. Doch da war wieder ein Geräusch. Sofort blieben die drei Soldaten bewegungslos liegen. Es war das Knacken eines Funkgeräts. Sie mussten ganz in der Nähe sein. Bedrohlich nah waren jetzt schwere Schritte zu vernehmen. Sie mussten sich beeilen. Langsam entsicherten die Drei ihre Gewehre. Kleine, handliche Waffen, präzise, leise und tödlich. Einer der Männer, der älteste von ihnen, gab drei unmissverständliche Handzeichen. Er zeigte seine Hand – fünf Sekunden. Daumen nach oben und dann zeigte er auf seinen Kopf – aufstehen und die Sache schnell zu Ende bringen.

Die kampflustigen Männer holten ein letztes Mal tief Luft. Gleichzeitig sprangen sie auf. Ihre Waffen im Anschlag. Doch da war niemand. Weit und breit war keine Menschenseele zu sehen. Der Älteste begriff zuerst und schrie „Sofort runter!“. Doch es war zu spät. Sie waren in eine Falle getappt. Man hörte lautes Maschinengewehrfeuer. Plötzlich war alles still. Die drei tapferen Soldaten lagen am Boden. Ihre Anzüge mit Rot durchtränkt. Stöhnend standen sie auf. Diese Runde hatten sie verloren. Sie warfen ihre Farbpistolen ins Gras und zogen ihre Schutzkleidung aus. Eine zweite Gruppe Soldaten kam auf sie zu. Es waren Frauen. Sie lachten und freuten sich über ihren Sieg.

0 Kommentare zu “Kurzgeschichte: Im Feld”


  1. Keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben