Nach den drei erfolgreichen Theateraufführungen von „Wörter und Körper“ haben wir den Regisseur André Schulz zum Theaterstück und Theater allgemein befragt. André Schulz studierte Anglisitik und Geschichte an der Uni Freiburg. Er hat zwei Söhne und lebt in Freiburg. Seit dem Schuljahr 2008/2009 unterrichtet er am OHG Englisch, Geschichte und Gemeinschaftskunde. Außerdem leitet er die Theater-AG.
Nun haben Sie zwei Aufführungen hinter sich. Sind Sie mit den Aufführungen zufrieden?
Ja, ich bin sehr zufrieden. Es war ganz toll, was die Schüler geleistet haben. Ich war vorher ganz aufgeregt. Eine Woche vor der Aufführung habe ich noch nicht geglaubt, dass das etwas wird oder was das wird. Und jetzt bin ich zufrieden. Wir hatten eine schöne Aufführung und es hat Spaß gemacht. Mir hat es auch richtig Spaß gemacht, zuschauen zu können. Es war super!
Vor der ersten Aufführung stellte sich die Frage, ob die Vorstellung aufgrund der Wetterlage verschoben werden sollte. Hatten Sie Sorgen vor der Aufführung? Waren Sie nervöser?
Ich war nervös, aber nicht mehr wegen dem Schnee. Es war eine schöne Stimmung in der Gruppe, sodass die Schüler gesagt haben es sei ihnen egal, sie wollten spielen, sie spielten auch wenn nur zehn Leute da sind oder sie spielten auch für zwei Leute. Sie hatten Lust zu spielen und es war eine positive Energie da und das hat sehr Spaß gemacht, dass ich keine Sorgen mehr hatte. Die Sorgen kamen erst später, als niemand mehr vom Schulhof runter gekommen ist vor lauter Schnee.
Wie sind Sie auf das Stück „Wörter und Körper“ gekommen, da es kein klassisches, wie z.B. „Die Physiker“, sondern eher ein modernes Stück ist. Und mussten Sie inhaltlich viel verändern?
„Die Physiker“ ist ein guter Stichpunkt. Es ist so, dass die Schüler an der Auswahl des Stückes, auch mit eigenen Vorschlägen, beteiligt sind. Wir hatten vier oder fünf Stücke und die Schüler hatten sich tendenziell für die Physiker entschieden, aber das wollten ich und die Frau Greiner nicht. Deswegen habe ich gesucht und dieses Stück gefunden. Ich habe es letztes Jahr selber gesehen und fand es ganz toll. Eigentlich wollte ich es nicht bringen, weil es relativ schwierig ist für die Schüler und auch für das Publikum nicht ganz leicht. Aber wir haben einen Auszug in der AG gelesen. Dann waren die Schüler begeistert und es war am Ende die Entscheidung der Schüler. Normalerweise hätte ich es nicht vorgeschlagen, wenn „Die Physiker“ nicht gewesen wären.
Frau Greiner ist ein gutes Stichwort. Wie haben Sie sich darauf eingestellt, dass sie ausgefallen ist?
Schwierig! Zwischendurch dachte ich, dass wir alles ausfallen lassen müssen. Ich hatte zwei Wochen vor unserer Premiere selber Premiere. Auf einmal wurde alles wahnsinnig dicht und ich konnte nichts mehr an Aufgaben an die Frau Greiner abgeben. Außerdem konnte ich keine Wochenendproben mehr machen. Ich war wirklich kurz davor den Termin weit nach hinten zu legen oder es für dieses Jahr aufzugeben. Aber ich bin froh, dass ich das nicht gemacht habe. Für die Arbeit selber fehlt sie mir natürlich auch. Wir waren ein gutes Team und werden es hoffentlich auch wieder sein. Was mir am schwierigsten gefallen ist war, dass ich das ganze Organisatorische übernehmen musste. Wer mich kennt weiß, dass das nicht so meine Stärke ist.
Frau Greiner ist weg und Sie sind die nächsten Monate auch nicht mehr da. Was wird dann aus der Theater-AG?
Es ist ja nicht ganz richtig. Ich bin zweimal die Woche an der Schule. Für die 13er bin ich noch da. Wir werden nächste Woche eine Besprechung machen, aber ich stelle es mir so vor, dass wir neue Leute suchen und die zwei Monate für die Stückauswahl nutzen. Ich habe jetzt schon ein paar Ideen im Kopf und werde Textausschnitte schicken. Vielleicht werden wir uns, falls es klappt, einmal die Woche kurz treffen und austauschen. Dann könnten wir in zwei Monaten direkt mit dem Stück loslegen.
Sie sind ja schon seit einigen Jahren Lehrer. Wie viele Theater-Aufführungen haben Sie bis jetzt geleitet?
Zwei hier am OHG. Ich fand es toll, dass ich hier gleich in die Theater-AG einsteigen konnte. Diese zwei Aufführungen waren von der AG aus. Vorletztes Jahr war ich auch beim Musical-Projekt der fünften Klassen beteiligt und dieses Jahr macht auch die sechste Klasse noch eine kleine Aufführung. Vielleicht gibt es nächstes Jahr auch Literatur und Theater als Fach in der Oberstufe. Das wäre dann eine neue Herausforderung.
Sie spielen auch selbst Theater. Wie kamen Sie zum Theater?
Wie die meisten über die Schultheater-AG. Vielleicht hat es auch viel früher angefangen, als ich im Kindergarten schon den Kasper vor anderen Kindern gemacht habe. Aber das richtige Theater mit dem Schultheater.
Viele denken, dass Theater ein veraltetes Medium sei. Viele Jugendliche gehen lieber ins Kino. Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe, um ins Theater zu gehen?
Ihr könnt auch weiterhin gerne ins Kino gehen. Das ist auch gut! Aber beim Theater ist man natürlich live dabei. Hier ist es etwas Besonderes, wenn man die Schauspieler auch noch kennt. Auch sonst ist man eben live dabei und das kann keine 3D-Brille leisten, die Schauspieler und Emotionen direkt vor sich zu sehen. Das Theater lebt und jede Aufführung ist etwas anderes, da nichts perfektioniert sein kann. Natürlich kann man probieren es so perfekt wie möglich hin zu bekommen, aber trotzdem ist jede Aufführung etwas anderes, wodurch sich eine Eigendynamik und eine Interaktion zwischen Zuschauern und Schauspielern entwickelt, was im Kino nicht möglich ist. Für die Schauspieler ist es ganz toll oben auf der Bühne zu stehen und den Applaus direkt vor sich zu haben.
Dadurch, dass Sie Vater geworden sind, hatten Sie in der letzten Zeit viel Stress, jedoch auch Freude. Auch die Theater-AG brachte stressige wie schöne Momente. Welche dieser Momente überwiegte?
Es ist immer die Freude, die dann überwiegt. Es ist schon wahr, dass es schwierig war die letzten Monate das alles unter einen Hut zu bekommen, aber dafür habe ich jetzt viel Zeit und kann auftanken. Aber die Freude am Arbeiten überwiegt immer. Für mich ist Theater an der Schule echt ein Highlight, egal wie viel Stress es mit sich bringt, die Freude muss da überwiegen.
Welche drei Theaterstücke sollte man in seinem Leben gesehen haben?
Die, auf die man am meisten Lust hat!

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