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Theater-AG des Fürstenberg-Gymnasiums feiert Erfolg mit skurriler Komödie
„Es stinkt in der Gesellschaft“
von Horst Fischer

Winterzeit
ist auf der Baar Theaterzeit. Auf vielen Bühnen werden die
unterschiedlichsten Genres bedient. Die Theater-AG des Fürstenberg-Gymnasiums
steuert dem Aufführungs-Kanon eine anspruchsvolle
Inszenierung mit einer Groteske von Darius Fo bei. Die
Premiere gestern Abend wurde zu einem großen Erfolg.
"Wir wollen wieder
eine richtige Komödie aufführen!“ – So war die
einhellige Meinung der Theater AG des Fürstenberg-Gymnasiums.
Aber muss es gerade eine skurrile und groteske Komödie des
umstrittenen italienischen Komödianten Darius Fo, Nachfahre
der Commedia dell'arte sein, der die Verleihung des
Literaturnobelpreises 1997 an ihn selbst mit den satirischen
Worten „Ich bin bestürzt!“ kommentierte?
Das Stirnrunzeln einiger
skeptischer potenzieller Theaterbesucher wurde noch verstärkt
durch die skizzenhafte Schilderung des Inhalts der Komödie
„Siebentens: Stiehl ein bisschen weniger“. Enea, die
einzige Totengräberin, ertränkt das Mobbing der
Berufskollegen im Alkohol, pflegt als Medium den Umgang mit
den Toten. Ihr Weg führt in der Verbindung mit einem
bankrotten Geschäftsmann, der aus der Korruption der
politischen Klasse seinen privaten Profit machen möchte, vom
Strich in ein Nonnenkloster und von dort unaufhaltsam in die
Katastrophe, die auf recht makabre Weise sich in Wohlgefallen
auflöst.
| Berlusconi
als „Ikarus“ ist über der Szene ständig präsent |
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Viele aktuelle gesellschaftliche Probleme („Es stinkt in der
Gesellschaft“) werden aufgegriffen – Korruption,
Bereicherung der führenden Klassen, Grundstücksspekulation,
unliebsame Machenschaften, Beeinflussung der Massen –
Berlusconi als „Ikarus“ ist über der Szene ständig präsent
– aber: ein Stoff für eine junge Theatertruppe? Um das
Ergebnis vorwegzunehmen: der Erfolg der Theater AG war überwältigend
und überzeugend. Der Schwarze Humor, den Dario Fo in seinem
Stück um Korruption, Erpressung, Unterschlagung, Skandale,
Betrug und Manipulation wurde dank einer umsichtigen,
konsequenten und nachhaltigen Regiearbeit und Einstudierung
durch die AG-Leiterin Gabriele Rottenecker überzeugend
dargeboten.
Es war insgesamt eine
begeisternde Ensembleleistung vom Feinsten, die den Vergleich
mit den Theaterprofis nicht zu scheuen braucht.
Die Sprache, im Theater
und Fernsehen leider oft die Ausnahme, wurde sehr gepflegt.
Die Personenführung war perfekt, umwerfend die
Gruppenaktionen der Totengräber, der Nonnen, der Irren.
Zentrale Figur der Fo-Groteske ist zweifellos Enea, Tochter
des verstorbenen Totengräbers, die naiv und unschuldig als
seine Nachfolgerin in allerhand zweifelhafte Situationen gerät.
Ann-Kathrin Hoffmann ist ein Naturtalent, sie beherrscht in
Sprache, Mimik und Gestik, ob im roten Overall, in
Nuttenverkleidung oder im Nonnendress, alle Ausdrucksnuancen.
Timon Fiedler als ihr zweifelhafter Partner vermag genauso zu
überzeugen, vor allem auch als toller und bewegender
Interpret der Songtexte (deutsche Liedtexte von Joachim Knauth).
Manuel Draxler versteht es nicht nur als korrupter
Friedhofsdirektor zu wirken, sondern er zeichnet sich in großartiger
Weise als Vertoner und musikalischer Begleiter der Fo'schen
Songtexte aus.
Im ersten Teil war es vor
allem die Gruppe der Totengräber – Robert Lang, Max Egender,
Julian Herrmann und Valon Tolaj -, die durch eine geschlossene
Ensembleleistung Begeisterung erzeugten, was sie auch solo in
anderen Rollen unter Beweis stellen konnten. Auch die Nonnen
Zehra Jusic und Sarah Messmer oder die Irren Andrea Roso,
Elena Trenz und Caroline Warnke konnten sich dem anschließen.
Problemlos fügten sich auch Kristina Henke als umwerfendes
Strichmädchen, Johanna Löffler als biedere Frau des Pförtners
und Patricia Purat als Priorin und Frau des Geschäftsmanns in
die Leistung des Ensembles ein.
Der
sehr makabre und nachdenkenswerte, aber auch mitreißende
Schluss sei an dieser Stelle noch nicht verraten. Eine
besondere Erwähnung – und das nicht nur am Rande –
verdienen die Gestalter des sehr gelungenen und
phantasievollen Bühnenbildes: die beiden Schüler Nils
Benedix und Peter Winkler.

Rund 150 Besucher verfolgten gestern Abend die
Theater-Premiere am Fürstenberg-
Gymnasium. Die Schüler-Darsteller unterstrichen mit ihrer Aufführung, dass
Unterhaltung und Anspruch keine Gegensätze sein müssen.
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