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Jetzt helfen die Schüler den Schülern
Landesweit demonstrierten Schüler kürzlich gegen das „Turbo-Abi“ G 8 und die verschärften Lernbelastungen. In Donaueschingen packen sie diese Herausforderung aktiv bei den Hörnern. 64 Fürstenberg-Gymnasiasten werden zu freiwilligen „Lehrern“ für ein neues Förder- und Nachhilfesystem, das G-8-Klippen bewältigen hilft. Kommende Woche startet es.

Gute Schüler unterstützen schwächere.
So läuft das neu eingerichtete Fördersystem am Fürstenberg-Gymnasium.
Mit der Einführung einer Hausaufgabenbetreuung und eines Schüler-Tutorensystems beginnt am Gymnasium eine weitere Initiative zum Ausbau des Ganztagesangebots und zu einer positiven Weiterentwicklung des G 8. Während die Einrichtung einer Hausaufgabenbetreuung Teil der von Kultusminister Rau angekündigten „Qualitätsoffensive Gymnasium“ ist und landesweit an Gymnasium eingerichtet wird, ist das Fördersystem „Schwächen schwächen“ eine Entwicklung des Fürstenberg-Gymnasiums. Die schuleigene Evaluation, welche die Einführung des achtjährigen Gymnasiums begleitet, hatte gezeigt, dass in den Klassen 8 und 9 der Anteil der Schüler, die Nachhilfe nehmen, bei bis zu 20 Prozent lag. Zwar ergab sich nach den vorliegenden Zahlen hier kein Unterschied zum alten neunjährigen Bildungsgang G 9, doch sahen alle am Schulleben Beteiligten einen guten Ansatzpunkt zu einer positiven Weiterentwicklung. Schließlich hat sich das Gymnasium auch in seinem Leitbild dazu verpflichtet: „Schüler, die Unterstützung in ihrem Lernprozess benötigen, erhalten diese durch von der Schule organisierte Fördermaßnahmen.“
Bereits 2007, und damit lange vor der landesweit so vernehmlich geführten G8-Debatte, startete im Rahmen des neuen Schulentwicklungskonzeptes eine Arbeitsgruppe aus Lehrern, Eltern und Schülern, um diesen innovativen Ansatz der Förderung schwächerer Schüler mit einem detaillierten Konzept auf den Weg zu bringen. Erweitert um die Hausaufgabenbetreuung ist das Programm nun reif für die Einführung.
Hausaufgabenbetreuung und „Schwächen schwächen“ richten sich kostenlos an Schüler verschiedener Altersstufen. An drei Nachmittagen in der Woche stehen für Schüler der Klassen 5-7 Räume und Schülertutoren bereit, um in konzentrierter Arbeitsatmosphäre die anstehenden Hausaufgaben zu erledigen. Die Tutoren fungieren dabei als Aufsicht und Ansprechpartner für Fragen in Mathematik und den Fremdsprachen.
Das Programm „Schwächen schwächen“ wird zunächst für die Klassen 8 und 9 angeboten. Hier unterrichten Schülertutoren in Kleingruppen von zwei bis vier Schülern in den Fächern Mathematik, Französisch und Latein. Diese Fächer hatten sich im Rahmen der Evaluation als besonders anspruchsvoll in dieser Altersstufe herauskristallisiert. Für einen geringen Kostendeckungsbeitrag erhalten die Schüler so die Möglichkeit, aktuellen Unterricht nachzuarbeiten oder Lücken aus vergangenen Schuljahren systematisch aufzuarbeiten.
Der besondere Charme liegt darin, dass alle Beteiligten profitieren. Die Schüler bekommen ein zusätzliches Unterstützungsangebot von ihresgleichen. Die Tutoren, gute Schüler der höheren Klassen, erwerben fachliche, pädagogisch-didaktische und soziale Kompetenz und werden entlohnt.
Nach einer langen und intensiven Vorarbeit können beide Programme nun in der kommenden Woche starten. 120 Schüler der Unterstufe haben sich angemeldet. In zunächst zwölf Kleingruppen werden Schüler in „Schwächen schwächen“ zusätzlichen Unterricht bekommen.
Eine Ausdehnung des Programms auf weitere Klassenstufen und Fächer scheint, nachdem sich die Organisation eingespielt hat, durchaus möglich.
Norbert
Schmeiser
So werden sie geschult
Um die Tutoren vorzubereiten, hat die Schule ein Betreuungssystem ausgearbeitet. Den Anfang machte diese Woche eine zweitägige pädagogische Schulung. 64 Tutoren erarbeiteten sich mit Hilfestellung von acht Lehrern und zwei Schülern Fachwissen im Bereich Motivation, Unterrichtsaufbau, Umgang mit Disziplinproblemen. Für die Dauer der Schulung glich der Ganztages-Anbau des Gymnasiums einem Lehrerseminar: Überall Arbeitsgruppen, die sich mit Hilfe moderner Unterrichtsmethoden Fachwissen aneigneten und dabei von Mensa und Elternbeirat verpflegt wurden. Im weiteren Verlauf des Programms werden sich eine fachliche Ausbildung sowie eine fortlaufende Betreuung durch Fachlehrer anschließen.
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