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Theater-AG lädt zu Benefizvorstellung ein

Veraltete Strukturen, Unterrichtsmethoden aus der Steinzeit, moralische Entgleisungen jedweder Art und ein Lehrerkollegium, das in seinem Altersdurchschnit den Großeltern seiner Schüler Konkurrenz macht. Ein gefundenes Fressen für den Tunichtgut und Unruhestifter Vehgesack.

Ganz und gar nicht alt und emotionslos zeigen sich nämlich die Ehefrauen besagter Lehrer, die ganz angetan sind von jener jungen und frischen Rebellion des Vehgesack. Nun könnte man fast meinen, dass der Rebell mit der Schwängerung einer Lehrersfrau sein Pensum bereits erfüllt hat; ein Ding der unerhörten Übertreibung scheint es also, dass er zur Krönung noch ein Lustspiel parat hält, mit dem er am "Schillerfest" zum 100. Todestag des Dichters geladene Prominenz auf ironisch-überpitzte Weise von seinem Schulalltag berichten möchte.

Vehgesack, die Inkarnation jeglicher Lehrer- und Rektoren-Ängste, wird verkörpert durch Dominik Haushahn, sein Kontrahent findet in Martin Walter einen passenden Mimen. Unverkennbar "schillert" der Einfluss des bereits erwähnten Autors durch, zu dessen 100. Todestag Georg Kaiser diese Satire verfasste. Die Forderung nach Freiheit, die in vielen Arbeiten Friedrich Schillers thematisiert wird, findet sich hier also in Form einer durchaus erheiternden und in ihrem intellektuellen Anspruch an den Zuschauer nicht zu unterschätzenden Komödie wieder. Das Stück sorgte mit einigen messerscharfen Texpassagen und seiner Fülle an urkomischen Szenen für so manche Lacher.

Das Stück spielt im Jahre 1905. Zu dieser Zeit hatten noch wenige Zugang zu höherer Bildung. So gab es in der Bildungsanstalt weder Schülerinnen noch Lehrerinnen. Die Theater-AG entschied aus aktuellem Anlass, zu den noch ausstehenden Aufführungen am 15. und 16. Dezember eine Benefiz-Vorstellung am Dienstag, 20. Dezember, zu geben. Die Spenden dieses Abends kommen afrikanischen Kindern zugute, denen aus Armut der Zugang zur Bildung verwehrt ist. Das Projekt in Swasiland wird zu Beginn eine deutsche Schülerin vorstellen, die zur Zeit vor Ort ist und gewährleistet, dass alle Spenden ohne Abzug den Empfänger erreichen. Die Aufführungen beginnen um 19.30 Uhr in der Aula. Karten sind im Sekretariat erhältlich.

Dokumentation aus dem Schwarzwälder Boten / Lokalredaktion Donaueschingen  
 Datum:  14-12-2005

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