Theater-AG präsentiert "Romulus"
Nächste Woche vier Aufführungen in der Aula des Fürstenberg-Gymnasiums
Donaueschingen
Die Theater-AG des Fürstenberg-Gymnasiums führt nächste Woche gleich viermal ihr neuestes Meisterwerk "Romulus der Große" von Friedrich Dürrenmatt in der Aula des FG auf.
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"Romulus der Große", eine "ungeschichtliche historische Komödie", handelt von dem weströmischen Kaiser Romulus Augustus (gespielt von Friedemann Egender aus der Klasse 11a), der tatenlos und mit soviel Herzlichkeit und gelassenem Humor zusieht, wie der gefürchtete Germanenanführer Odoaker (Martin Walter, 11a) auf Rom zumarschiert. Er sitzt in seiner Villa, züchtet Hühner und macht sich über die Panik seiner verantwortungsbewussten Untergebenen lustig. Die immer neuen und gefährlicheren Meldungen lassen ihn völlig kalt und er findet zu jeder neuen Katastrophe einen passenden Witz. Den Retter Cäsar Rupf (Felix Wiehl, 10a), ein Hosenfabrikant, der Romulus vor dem Untergang seines Reichs bewahren soll, nimmt er jedoch auch nur auf die Schippe.
Aber haben die Gelassenheit und der souveräne Humor des Kaisers womöglich Methode? Letzten Endes erscheint Odoaker mit seinem gefürchteten Neffen Theoderich (Johannes Geißler, 11a) und das Ende naht...
Seit Juli 2004 laufen die Proben der insgesamt 20 Akteure unter der Leitung von Gabriele Rottenecker für dieses Stück von Friedrich Dürrenmatt, der zu den bedeutendsten deutschsprachigen Dramatikern des 20. Jahrhunderts zählt. Ein anderes seiner Stücke, "Die Physiker", war eine Alternative. Da man für "Romulus der Große" recht viele und vor allem sehr erfahrene männliche Darsteller braucht, war für Gabriele Rottenecker sofort klar, dass es dieses Werk sein muss. "Außerdem ist es ja eine Komödie, denn an Tragödien wage ich mich noch nicht heran", meinte Frau Rottenecker lachend.
Leider hat die Komödie, die gleichzeitig ein Antikriegsstück ist, einen sehr aktuellen Bezug, wenn man an die Konflikte im Irak, im Nahen Osten oder an den Terrorismus denkt. Friedrich Dürrenmatt war ein Spötter und Zyniker, der speziell bei diesem Stück heftige, aber sehr moderne Gesellschaftskritik übt. Er kritisiert vor allem den Patriotismus, den Militarismus und die Kriegsmaschinerie, den Kapitalismus und die Korruption der Regierenden, was zu seiner Zeit, im Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit, tagtäglich passierte und was auch heute immer noch aktuell ist.
Die Kulisse, die die Aula des FGs in einen originellen römischen Schauplatz verwandelt, wurde von den "12ern" des Neigungsfaches Bildende Kunst, Barbara Huber und Moritz Klingmann (beide Kunst-Lehrer am FG) geschaffen. Das Bühnenbild stellt die heruntergekommene Villa von Romulus dem Großen dar. Die mehrfach gebrochene Perspektive deutet den Untergang des römischen Reiches an: Nichts ist mehr in Ordnung. Claudia Christ
Die Premiere von "Romulus der Große" findet am Montag, 14.02.05, um 20 Uhr in der Aula des Fürstenberg-Gymnasiums statt. Drei weitere Aufführungen sind am 16./ 18./ und 19. Februar, jeweils um 20 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf im Sekretariat des FG: Erwachsene acht Euro, Schüler drei Euro. Weitere Informationen über das Theaterstück oder über das Fürstenberg-Gymnasium unter
www.fuerstenberg-gymnasium.de.
Die Darsteller
Friedemann Egender 11a (Romulus Augustus, Kaiser von Westrom),
Elif Bilgi 12 (Julia, seine Frau),
Sarah Glod 9c (Rea, seine Tochter),
Dominik Haushahn 10a (Zeno der Isaurier, Kaiser von Ostrom),
Johannes Walter 12 (Ämilian, Römischer Patrizier),
Leonie Heft 10b (Mares, Kriegsminister),
Anne Hartl 10c (Tullius Rotundus, Innenminister),
Benedikt Baur 12 (Spurius Titus Mamma, Reiterpräfekt),
Katharina Degen 10c (Achilles, Kammerdiener),
Catharina Hägle 12 (Pyramus, Kammerdiener),
Valeria Borgul 11b (Apollyon, Kunsthändler),
Felix Wiehl 10a (Cäsar Rupf, Industrieller),
Martin Walter 11a (Odoaker, Fürst der Germanen),
Johannes Geißler 11a (Theoderich, sein Neffe),
Selami Clemens 10c (Ein Koch),
Gerwin Weyer 11a (Ein Papierverbrenner) und
Mona Limberger/Maren Siehl/Julia Todoroff/Sarah Zeitvogel (alle 7c) als Hühner. Souffleuse ist Ann-Kathrin Hoffmann 7c.
Die Beleuchtung übernimmt Philipp Opitz. |