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Kurze Geschichte des Fürstlichen
Hauses Fürstenberg Dokumentation
Im 11. und 12.
Jahrhundert nannten sich seine Ahnen Grafen von Achalm und Urach ; sie besaßen die
Grafschaft in den Gauen Pfullichgau und Schwickerstal Als ihren Stammvater verehrten die Grafen von Achalm einen Grafen Unruoch , sehr wahrscheinlich den unter Karl dem Großen lebenden Staatsmann dieses Namens, dessen hervorragende Stellung unter anderem daraus erhellt, daß er Karls des Großen Testament unterschrieben und daß sein Sohn Eberhard des Kaisers Enkelin Gisela, die Tochter Ludwigs des Frommen, geheiratet hat. Berengar, ein Sohn aus dieser Ehe Eberhards, erwarb die italienische Königs- und die Kaiserkrone. Die älteren
Grafen von Achalm starben im Jahre 1098 im Mannesstamme aus, nachdem sie kurz vorher das
Kloster Zwiefalten gegründet und überaus reich ausgestattet hatten. Der Stamm ward
fortgesetzt durch den anderen Zweig, den der Grafen von Urach, bei denen bereits
der Vorname Egino (abgekürzt Egon) stehend ist. Ihnen gehört ein berühmter Held der
Kirche an: Konrad, Abt von Clairvaux, später General des Cisterzienserordens, dann
Kardinal von Porto und St. Rufina, der gegen die Albigenser in Südfrankreich und als
Kreuzzugsprediger in Deutschland gewirkt und als päpstlicher Legat mit fast allen
europäischen Höfen verhandelt hat. Als Kardinal Konrad starb (1228), war mit seiner Familie in Schwaben bereits eine große Umänderung vorgegangen: An neuen Grundbesitz und neue Wohnsitze knüpften sich auch neue Namen. Im Jahre 1218 hatte nämlich Agnes, die Tochter Herzog Berthold IV von Zähringen, die Gemahlin Graf Eginos IV. von Urach, noch dem Tode ihres kinderlosen Bruders, des Herzogs Berthold V. von Zähringen, den größeren Teil der Zähringischen Lande in Schwaben auf ihren Sohn, den Grafen Egino V. von Urach vererbt. Es kostete harte Kämpfe mit Kaiser Friedrich II. und mehr als einem Nachbarn, bis Graf Egino das reiche Erbgut, das sich über den Breisgau, den mittleren Schwarzwald, das Kinzigtal und die Baar erstreckte, sein sicheres Erbe nennen konnte. Der Bedeutung dieser Erbschaft entsprach es, daß die Familie ein neues Wappen annahm, dasselbe, das sie noch jetzt führt, das den Zähringischen Adler, vom Uracher Feh (Pelz) umsäumt, in der Mitte zeigt. Während nun der
auf den Urachischen Stammgütern im heutigen Württemberg zurückgebliebene Zweig des
Hauses bald erlosch, und an Württemberg das überging, was von seinem Landbesitz eine in
außerordentlichem Maße betätigte Freigebigkeit gegen geistliche Stiftungen
übriggelassen hatte, verzweigte sich die nach den zähringischen Landen übersiedelte
Hauptlinie schon in der auf Egino V. folgenden Generation wieder in zwei Linien. Eginos V. älterer Sohn Konrad übernahm die Hauptmasse der breisgauischen Besitzungen und gründete die Linie der Grafen von Freiburg, welche 1475 erlosch, nachdem sie Freiburg an Österreich verloren, dagegen zu Ende des 14. Jahrhunderts die Grafschaft Neuchâtel erworben hatte und dorthin übersiedelt war.
Fürstenberg Der jüngere Sohn
Heinrich erhielt die Lande auf dem Schwarzwald und in der Baar, in denen auch heute
die Stammgüter des Hauses liegen, und nannte sich seit 1250 nach der Burg Fürstenberg
bei Donaueschingen, wo er seinen Wohnsitz aufschlug, Graf von Fürstenberg. Dieser
Heinrich, dem Rudolf von Habsburg auch die Landgrafschaft in der Baar übertrug (1283),
war einer der tüchtigsten Söhne des Hauses. Seit sein Vetter Rudolf von Habsburg zum
deutschen König gewählt war, setzte er in Krieg und Frieden rastlos und erfolgreich
seine beste Kraft in dessen Dienste; in der Schlacht auf dem Marchfelde, welche über den
Bestand der habsburgischen Monarchie entschied, war ihm und einem Hohenzollern, dem
Burggrafen von Nürnberg, das königliche Banner anvertraut. Daheim förderte Heinrich
seine Hauptstadt Villingen, gründete die Stadt Vöhrenbach und zwei Minoritenklöster, in
Villingen und auf dem Kniebis. Weniger
glücklich gestalteten sich für die Familie die beiden folgenden Jahrhunderte:
Erbteilungen, Mißwirtschaft, Kriegsunglück schwächten ihre Macht. Zwar wurden auch in
diesem Zeitraum neue Herrschaften erworben, Wolfach schon durch Heinrichs Sohn Friedrich,
dann Hausach, Wartenberg, Lenzkirch, Blumberg; dagegen verlor die Haslacher Linie, die
1386 ausstarb, ihre Hauptstadt Villingen an Österreich. Gegen Ende des
15. Jahrhunderts vereinigten die Brüder Wolfgang und Wolfgang begleitete den König Philipp noch Spanien und diente dessen Vater Maximilian in den verschiedensten Staatsgeschäften mit Treue und Aufopferung. Hervorragende
Persönlichkeiten waren auch Wolfgangs Söhne, Friedrich II. und Wilhelm ;
der erstere, ein Studiengenosse Kaiser Karls V, mehr staatsmännisch und diplomatisch
begabt, der zweite ein kühner und unruhiger Kriegsmann. Seit vielen Jahren - rühmt ein
Zeitgenosse von Wilhelm - haben wir in deutscher Nation keinen martialischeren Menschen
gehabt, der alle lobenswürdigen militärischen Eigenschaften in gleicher Weise besessen
hätte. Eine bedeutende
Erwerbung machte Graf Friedrich II. durch seine Vermählung mit der Gräfin Anna von
Werdenberg; 1534 erbte er einen Teil der Werdenbergischen Besitzungen, die Grafschaft
Heiligenberg, nördlich vom Bodensee, und die Herrschaften Jungnau und Trochtelfingen.
Heiligenberg darf unter den Fürstenbergischen Schlössern als die Perle genannt werden;
insbesondere sucht der prächtige Rittersaal daselbst, der mit den Ahnenbildnissen des
Hauses geschmückt ist, in der deutschen Renaissance-Architektur seinesgleichen. Nicht
minder berühmt ist die Schloßkapelle, die ebenso wie den Rittersaal Graf Friedrich und
sein Sohn Joachim erbauten. Ein jüngerer
Bruder des Grafen Wratislaus II., Graf Friedrich Rudolf, erwarb durch Vermählung
mit der Gräfin Maria Maximiliane von Pappenheim die Landgrafschaft Stühlingen an
der Schweizer Grenze und die Herrschaft Hohenhöwen (die 1404 an die Freiherrn von
Lupfen gefallen war) im Hegau, der berühmt ist durch die stolzen Burgruinen, die dort auf
isolierten Basaltkegeln malerisch thronen. Die Landgrafschaft
Stühlingen ist der Rest des alten Albgaues. 1120 verliert sich der Name Albgau. Noch
dem Aussterben der Grafen von Lenzburg gelangte die Grafschaft in den Besitz der Freiherrn
von Küssaburg, wo sie bereits als Landgrafschaft Stühlingen bezeichnet wird. Als die
Küssaburger erloschen, kam sie an die Edlen von Lupfen und nach deren Aussterben an die
Erbmarschälle von Pappenheim und von ihnen, wie gesagt, an Fürstenberg. Friedrich Rudolf
von Fürstenberg ist so der Gründer der Stühlinger Linie. Dessen Urenkel war der
landesväterliche Fürst Joseph Wilhelm Ernst, der 1723 seine Residenz
nach Donaueschingen,
ungefähr dem Mittelpunkt seiner Herrschaften, verlegte, 1744 alle fürstenbergischen
Besitzungen in seiner Hand vereinigte und 1762 die Ausdehnung der reichsfürstlichen
Würde auf seine gesamte Nachkommenschaft erwirkte. Von seiner Gemahlin, der Gräfin Anna
von Woldstein, stammten die 1732 erworbenen böhmischen Besitzungen. Joseph Wilhelm Ernst ist der eigentliche Schöpfer des Fürstenbergischen Staatswesens. Er vereinigt erstmals wieder sämtliche fürstenbergische Gebiete in einer Hand und verlegt am 31.Okt. 1723 seinen Herrschaftssitz von Stühlingen nach Donaueschingen, das von nun an Residenzort der Fürstenberger wird. Die Residenz erhält ein barockes Gepräge, eine höfisch-kulturelle Aura und wird als Sitz des Fürstenbergischen Staatswesens auch zur wirtschaftlichen und kulturellen Metropole der Baar. Ein gewaltiger Bauboom begleitet diese Entwicklung: durch Trockenlegung eines Sumpfgebietes entsteht ein fürstlicher Park, im Ort selbst entstehen ein Kavaliers-Palais, Beamtenwohnungen, Dienerbauten, Pferdeställe, eine Hofbibliothek und ein Archiv , und selbst ein Hoftheater zählte zu dieser kulturellen Infrastruktur. Ein Bruder Joseph
Wilhelm Ernst's, Ludwig August Egon, übernahm die niederösterreichische
Herrschaft Weitra. Dessen Sohn, Fürst
Karl Egon II., vereinigte 1804 mit den böhmischen Besitzungen die schwäbischen Lande
und regierte noch zwei Jahre als deutscher Reichsfürst unter der Vormundschaft seiner
geistvollen Mutter, einer geborenen Prinzessin von Thurn und Taxis. 1805 aber ward durch
den Marschall Augereau auf Befehl Napoleons, da Fürstenberg dem Rheinbunde nicht
beigetreten war, die Absetzung des Fürsten erklärt und im Jahre darauf durch die
Rheinbundakte die Mediatisierung des Fürstentums durchgeführt, die auch auf dem Wiener
Kongreß nicht rückgängig gemacht wurde. Der größte Teil des Landes fiel an Baden,
einiges an Württemberg und Hohenzollern. Auf den
kunstsinnigen Fürsten Karl Egon II., der mit Prinzessin Amalia von Baden vermählt war,
folgte 1854 sein Sohn Karl Egon III. , der seinem Vater an Kunstverständnis nicht
nachstand. Er errichtete die berühmten Fürstlichen Sammlungen in Donaueschingen mit der
hervorragenden Gemäldegalerie, baute die Hofbibliothek und das Kupferstichkabinett weiter
aus und machte sie der Öffentlichkeit in großzügiger Weise zugänglich. Da sein Sohn Karl
Egon IV., der seinem Vater 1892 folgte, im Jahre 1896 kinderlos starb, gingen die
schwäbischen Besitzungen auf die böhmische Linie und zwar auf Karl Egons II. Enkel,
Fürst Max Egon II. (gestorben 1941) über. Unter ihm blühten die wissenschaftlichen- und
Kunstinstitute in Donaueschingen weiter auf; daneben war er ein besonderer Förderer der
Musik (Kammermusikaufführungen zur Förderung neuzeitlicher Tonkunst in Donaueschingen). Auf
Max Egon II.
folgte 1941 sein Sohn Karl Egon V., der jedoch wegen Kinderlosigkeit zu Gunsten des
ältesten Sohnes seines Bruders Prinz Max Egon auf das schwäbische Hausgut
verzichtete und im Jahre 1936 die landgräflich fürstenbergischen Besitzungen von Weitra
in Niederösterreich übernahm. Nach seinem Tode (1973) folgte ihm sein Neffe Joachim als
Chef des Gesamthauses. Gleichzeitig gingen die landgräflichen Besitzungen von Weitra
durch Adoption auf Prinz Johannes, den jüngsten Sohn des nunmehrigen Fürsten
Joachim Egon, über. Der älteste Sohn von Joachim Fürst zu
Fürstenberg, Heinrich Erbprinz zu Fürstenberg, verheiratet mit Maximiliane, geb.
Prinzessin zu Windisch-Graetz und deren Söhne Christian und Antonius, lebt ebenfalls in
Donaueschingen und leitete bis zum Jahre 2002 mit seinem Vater zusammen die
fürstenbergischen Besitzungen.
Das
Fürstlich Fürstenbergische Schloss Text entnommen aus
einer Broschüre
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