Der Fall 
des Schülers
Vehgesack

Komödie von Georg Kaiser

Theater-AG
Fürstenberg-Gymnasium

Vor fast 90 Jahren, am 11.Februar 1915, wurde auf der Neuen Bühne in Wien „Der Fall des Schülers Vehgesack" uraufgeführt. Es ist das Erstlingswerk des Stars unter den Theaterautoren der Weimarer Republik: Georg Kaiser. Das 1901 verfasste Stück zeigt schon den kommenden Dramatiker der gewagten Dialoge und grandiosen szenischen Einfälle. In tragikomischer Manier verarbeitet er sein Verhältnis zum wilhelminischen Bürgertum und zum humanistischen Gymnasium, das er nur bis zur Mittleren Reife erträgt.

Außer auf der Schulbühne wurde diese Komödie wohl nie gespielt, aber es ist ein gefundenes Fressen. Das Stück bietet zahlreiche Rollen, die aus der Typisierung ihre Kraft beziehen. Es hat uns nicht gereizt Bekanntes aus dem Schulalltag zu kopieren, sondern den moralischen und seelischen Notstand hinter den Figuren auszuleuchten. D. h. auf dem Theater eine neue Realität zu erfinden, um diese zu beschreiben.

Vehgesack ist wahrlich der Alptraum eines jeden Direktors. Die Kollegenfrau Hornemann hat er geschwängert, alle anderen Lehrerehefrauen trachten danach, ihn zu verführen. Zudem hat er ein bestsellerträchtiges Lustspiel, in dem er sowohl die moralischen Entgleisungen als auch die verkrusteten Schulstrukturen aufdeckt, geschrieben. Rektor Scharfenort will eine Veröffentlichung mit allen Mitteln verhindern, steht doch der Besuch des Fürsten aus Anlass von Schillers 100. Todestag bevor, wofür die Schule ein wahrhaft sehenswertes Schillerspektakel vorbereitet.
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