Die Theater-AG
1999/2000

 

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Jura Soyfer - sein Leben und Werk

Der österreichische Schriftsteller Jura Soyfer (* 1912,   KZ Buchenwald 1939) war der Sohn eines Industriellen, der 1920 mit seiner Familie nach Wien floh. Bereits als Schüler engagierte sich Soyfer politisch im Verband Sozialistischer
Mittelschüler und arbeitete mit am »Politischen Kabarett« der
Sozialdemokratischen Partei. Nach dem Abitur studierte er in Wien Germanistik und Geschichte und schrieb Reportagen und Gedichte für die Arbeiter-Zeitung. Als diese 1934 durch die ständestaatliche Regierung verboten wurde, wechselte Soyfer in ein anderes Medium, das weniger stark zensiert war, jedoch auch geringere Breitenwirkung besaß, und zwar zum Kabarett. In den Jahren 1935 bis 1937, als er hauptsächlich für Kabarettbühnen schrieb, war er nur mehr Schauspielern der Kleinkunstszene und ein paar liberalen und intellektuellen Wienern, zumeist Juden, ein Begriff.
Ende 1937 aufgrund einer Verwechslung drei Monate ohne Verhandlung eingesperrt, wurde Soyfer 1938 beim Versuch, in die Schweiz zu fliehen, verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Von dort wurde er im Herbst 1938 ins KZ Buchenwald verlegt, wo er, kurz bevor er entlassen werden sollte, an Typhus starb.

Leben und Werk bilden bei Soyfer eine Einheit. Seine Gedichte und Reportagen,
seine Lieder und Stücke sind unmittelbarer Ausdruck seiner politischen Ziele.
Konsequentes Eintreten für die Benachteiligten und Anklage gegen die Herrschenden kennzeichnen seine Arbeiten.
Im Ständestaat konnten seine Stücke nicht verlegt werden. Während des "Dritten Reichs" war das Werk eines Juden und Kommunisten verboten; mit dem Autor verschwand auch ein großer Teil seiner Zuschauer; sie wurden von den Nazis ermordet oder gingen in die Emigration, aus der viele nicht mehr zurückkehrten.
Nach dem Krieg war Jura Soyfer nicht mehr verboten. Von offizieller Seite ging
allerdings keine Auseinandersetzung mit ihm aus, und die großen Theater spielten
ihn nicht. Hingegen gab es viele Aufführungen in der alternativen Kulturszene.
Von kleinen Avantgardebühnen, Studententheatern und politischen
Amateurspielgruppen sind von Kriegsende bis 1955 zwanzig Aufführungen dokumentiert. Dann setzte das Vergessen ein: von 1967 bis 1974 ist in Österreich überhaupt keine Aufführung bekannt. Erst Mitte der siebziger Jahre begann eine Renaissance, in der sein umfangreiches und vielgestaltiges Werk in seiner Bedeutung erkannt und gewürdigt wurde.

 


Die Mitwirkenden

Inhalt des Stückes

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