Gemeinsam für Naturwissenschaft und Technik


Hochschule Furtwangen, Fürstenberg-Gymnasium Donaueschingen und Staatliches Seminar Rottweil starten neues Kooperationsprojekt


Sie freuen sich auf die künftige Kooperation: Bertold Böhm und Mario Mosbacher (Fürstenberg-Gymnasium), Manfred Raff, Henrike Seidinger, Ulrike Salat (Hochschule Furtwangen), Hubert Rösch, Günter Trenz, Helmut Gehring (Seminar Rottweil), Edgar Jäger (Hochschule Furtwangen).

Große Freude bei der Hochschule Furtwangen, dem Fürstenberg-Gymnasium Donaueschingen und dem Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasien) in Rottweil – mit ihrem Kooperationsprojekt „Technikinitiative für das Fach Naturwissenschaft und Technik (NwT)“ zählen sie zu den Siegern einer landesweiten Ausschreibung des Landesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst für Kooperationsmodelle in der Lehrerbildung. In den kommenden drei Jahren erhalten die drei Projektpartner Fördermittel in Höhe von ca. 580.000 Euro, um mit ihrer innovativen Verzahnung von Forschung, Schule und Lehrerbildung den Unterricht im naturwissenschaftlich-technischen Bereich weiterzuentwickeln. 
Seit vielen Jahren kann mit der Anzahl der Absolventen der Bedarf der Industrie an qualifizierten Ingenieuren nicht gedeckt werden. Die Ursachen liegen unter anderem darin, dass das technisch-naturwissenschaftliche Interesse von Schülern stetig abnimmt. Diesem Trend ist die Politik mit der Einführung des Schulfachs Naturwissenschaft und Technik (NwT) entgegengetreten. Als fächerverbindendes Fach behandelt es technische Anwendungen aus allen naturwissenschaftlichen Teilbereichen. 

Und genau hier bestehen heute noch Defizite im Auf- und Ausbau des Unterrichtes. Derzeitige Lehrkräfte und Referendare für NwT haben fast alle eine klassische naturwissenschaftliche Ausbildung durchlaufen, ihnen fehlt aber der technische und ingenieurswissenschaftliche Hintergrund. Oder, wie es Prof. Dr. Helmut Gehring, Leiter der Abteilung Naturwissenschaften am Rottweiler Seminar, auf den Punkt bringt: „Der Chemielehrer kann seinen Schüler schon zeigen, wie in einem kleinen Schälchen auf der Fensterbank aus Apfelmost Essig wird – aber er kann nicht demonstrieren, wie dies großtechnisch mit tausenden von Litern Flüssigkeit realisiert wird.“ Eine weitere Motivation für das Projekt besteht zudem darin, dass immer noch zu wenig Unterrichtsmaterial existiert, gerade unter Einbeziehung technischer Aspekte.

Um dem abzuhelfen, haben sich im jetzt gestarteten Projekt drei Partner zusammengetan: die Hochschule Furtwangen wird ihr Wissen aus der Foschung z.B. in den Bereichen Verfahrenstechnik, Bio- und Prozesstechnologie oder Medizintechnik einbringen, das Fürstenberg-Gymnasium wird entstehende Unterrichtsmodule didaktisch mit ausarbeiten und im Schulalltag testen, und das Rottweiler Seminar wird Dank seiner umfangreichen Erfahrungen im Bereich der Fachdidaktik und Lehrerausbildung viele wertvolle Akzente in diesem Bereich setzen. Drei Partner, deren Kapazitäten sich in idealer Weise ergänzen und die bereits in der Vergangenheit gezeigt haben, dass sie im naturwissenschaftlich-technischen Bereich gewinnbringend kooperieren können. So arbeiten die Hochschule Furtwangen und das Fürstenberg-Gymnasium seit mittlerweile sechs Jahren im Rahmen einer gemeinsamen Lehrveranstaltung im Studiengang Bio- und Prozesstechnik zusammen, und das Staatliche Seminar für Didaktik und Lehrerbildung in Rottweil hat gemeinsam mit der Schule bereits landes- und bundesweite Fachveröffentlichungen zu neuen Unterrichtsinhalten im Umfeld von NwT publiziert.

Diese bereits etablierten und erfolgreichen Kooperationen, der innovative Inhalt des Projektes und die bundesweit einmalige Kombination von Projektpartnern haben die Gutachter des Ministeriums überzeugt, den vorgelegten Projektantrag in der vollen beantragten Höhe von 580.000 Euro zu fördern und so mit Mitteln aus dem Innovations- und Qualitätsfonds des Landes einen weiteren Leuchtturm in der Förderung des Nachwuchses im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich zu setzen. 

Nach dem erfolgreichen Projektstart sind alle Beteiligten hoch motiviert, das umfangreiche Programm ihrer Zusammenarbeit umzusetzen. Zunächst werden für die Projektkoordination und die fachliche Begleitung zwei eigens an der Hochschule geschaffene Stellen besetzt, dann im Anschluss Maßnahmen im Bereich der Ausbildung der naturwissenschaftlichen Lehramtsanwärter, der Lehrkräfte an den Schulen und der Entwicklung von Unterrichtsmaterial starten. Von allen Aktivitäten werden auch die Lehrkräfte aller Schulen im Umkreis profitieren, denn sowohl die Fortbildungsmaßnahmen als auch die fertigen Unterrichtsmaterialien werden für alle zugänglich sein. 

© Projekt Internet am Fürstenberg-Gymnasium Donaueschingen