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FG – Köche holen Goldmedaille
Beim Kochwettbewerb für Kinder und Jugendliche, der im Rahmen der Slow Food - Messe in Stuttgart von der AOK Baden-Württemberg und dem Verein Slow Food Deutschland e.V. ausgetragen wurde, erkochte sich die Mannschaft des Fürstenberg-Gymnasiums mit Jonathan Bochtler, Manuel Carullo, Linda Dürr und Lukas Eckert, betreut von Küchenmeister Friedrich Mosbacher, die höchstmögliche Auszeichnung und wurde mit einer Goldmedaille belohnt.

„Das nächste Team ist in zweierlei Hinsicht ungewöhnlich – es besteht aus lauter Jungs und kommt von einem Gymnasium.“ - so stellte der Moderator des Kochwettbewerbes die Donaueschinger Mannschaft vor. Ungewöhnlich – in der Tat, macht doch das Fürstenberg-Gymnasium sonst eher mit Auszeichnungen im Bereich der Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften, Sprachen, Musik oder Sport von sich reden – aber Kochen? Des Rätsels Lösung liegt im veränderten Angebot, welches die Schule als offene Ganztagesschule ihren Schülern mit Unterstützung des Landes, durch zusätzliches Engagement der Lehrkräfte und in intensiver Zusammenarbeit mit externen Partner offeriert. Zusätzlich zum Regelunterricht können die Schüler aus 25 AG-Angeboten wählen, von Japanisch über Informatik, Klettern und Chor bis eben hin zur Koch-AG. Unter der Leitung von Küchenmeister Friedrich Mosbacher treffen sich daher wöchentlich 10 Schüler in der Küche der Heinrich-Feuerstein-Schule, um leckere Speisen zuzubereiten und darüber hinaus noch einiges über die Grundlagen gesunder Ernährung zu erfahren. Die Motivation zur Leitung der AG bringt Friedrich Mosbacher schnell auf den Punkt: „Ich möchte den Schülern Spaß am Kochen vermitteln, am Zubereiten von Gerichten, die schmecken – aus hochwertigen regionalen Zutaten und ganz ohne Zusatzstoffe.“
Diese Motivation teilt auch der Verein „Slow Food Deutschland e.V.“ und fördert regionale Produkte und Traditionen, um in Zeiten von Lebensmittelskandalen und globalisierten Märkten den Verbrauchern eine Alternative zu
schnelllebigen, billigen, aber qualitativ minderwertigen Ernährungsgewohnheiten aufzuzeigen. Am vergangenen Wochenende widmete sich auf dem Gelände der neuen Messe in Stuttgart eine viertägige Messe diesem Thema. In diesem Rahmen veranstaltete Slow Food zusammen mit der AOK Baden-Württemberg einen Kochwettbewerb für Kinder und Jugendliche. Aufgabe war es, innerhalb von 45 Minuten ein Gericht aus lokalen Rohstoffen, möglichst biologisch erzeugt, zuzubereiten. Über 50 Kochteams aus ganz Süddeutschland hatten sich mit ihren Rezeptvorschlägen für die Teilnahme beworben, nur 16 von ihnen konnten ausgewählt werden. Unter ihnen befand sich auch das Team des FG, das die Juroren mit „Saiblingsfilet mit Kartoffelschuppen auf Alblinsen, Fischschaumsauce und gebratenen Kartoffelwürfeln“ von sich überzeugen wollte.
Doch wie vor jedem Wettbewerb stand auch hier erst einmal die Vorbereitung an. Zuerst erfolgte eine intensive Auseinandersetzung mit allen wissenswerten Fakten rund um die verwendeten Rohstoffe, anschließend wurde die Zubereitung der Bestandteile des Menüs mehrfach im Rahmen der AG-Stunden, bei Zusatzterminen und zur Freude der Familien der Jungköche auch am Wochenende zu Hause geübt.
Am Samstagmorgen wurde es auf der Kochbühne der AOK dann ernst, jeweils zwei Mannschaften traten hier zeitgleich gegeneinander an. Nach einer kurzen Begrüßung und letzten Teamabsprachen begann sofort der Aufbau der notwendigen Zutaten und Geräte. Schon dabei wurden die Schüler von den Mitgliedern der hochkarätig besetzten Jury aus Fachleuten, Ernährungsexperten, Sterneköchen und Messebesuchern beobachtet. Diese begutachteten genau die verwendeten Produkte. Und hier konnten die
FG'ler zum ersten mal punkten – alle Zutaten stammten aus der Region, bis hin zum Rapsöl aus der Donaueschinger Ölmühle.
Nach einer kurzen Vorstellung der Teammitglieder und einer Erläuterung ihres Gerichtes ging es dann für die Köche gegen die Uhr, in exakt 45 Minuten mussten ein Showteller und 6 Juryteller nach allen Regeln der Kunst angerichtet sein. Und diese Dreiviertelstunde hielt für das FG-Team einige Überraschungen bereit. Um gleiche Bedingungen beim Wettbewerb sicherzustellen, mussten alle Teams mit einem vom
Veranstalter gestellten Geschirr kochen. Da hieß es, Garzeiten und –temperaturen spontan anpassen, Arbeitsabläufe umplanen und vor allem Ruhe bewahren. Doch durch ein perfektes Teamwork konnten alle diese Herausforderungen bewältigt werden. Die zahlreichen Zuschauer, die über eigens an der Decke aufgehängte Spiegel sogar in die Töpfe schauen konnten, feuerten die beiden Mannschaften an, die Juroren interviewten die Köche während der Arbeit und verkosteten die Speisen bei der Zubereitung. Und pünktlich mit dem Schlussgong fand das letzte Fischfilet seinen Platz auf den Alblinsen, umrahmt von goldbraun gebratenen Kartoffelwürfeln und mit Tomatenfilets und Thymian ausgarniert.
Dann hieß es warten, die Jury hatte sich zur Beratung zurückgezogen. Das Publikum durfte schon einmal von den zubereiteten Gerichten kosten, und es war klar – das Donaueschinger Essen war vorzüglich gelungen. So sah es auch die Jury: „Das Fischfilet auf den Punkt gebraten – durch und dennoch saftig, die Kartoffelschuppen ein optisches Highlight, die Alblinsen hervorragend auf den Punkt gekocht und abgeschmeckt und die Kartoffelwürfel cross gebraten. Dazu eine Mannschaft, die durch Teamwork überzeugt hat und sich auch durch die laufenden Interviews nicht aus der Ruhe bringen ließ – eine klare Goldmedaille!“
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